Konkathedrale San Nicolás de Bari, Alicante
Alicantes Konkathedrale — ein nüchterner Tempel aus dem 17. Jahrhundert, errichtet an der Stelle einer maurischen Moschee, bemerkenswert für seinen Kreuzgang, seine Barockkapelle und als ruhigster würdevoller Raum im Stadtzentrum.
- 🕒 Öffnungszeiten
- Mo–Fr 07:45–12:30 & 18:00–20:30; Sa 07:45–13:00 & 18:00–21:30; So 08:15–13:30 & 18:00–21:30
- 🎟️ Eintritt
- Kostenlos; Führung 4 €
- 🔗 Website
- www.concatedraldealicante.com
Es ist eine Konkathedrale, nicht die Kathedrale. Das Bistum Orihuela-Alicante verlegt den Bischofssitz in abwechselnden Jahren zwischen San Nicolás hier und der Kathedrale von Orihuela. Von dieser bürokratischen Regelung abgesehen, fungiert San Nicolás in jeder praktischen Hinsicht als Alicantes Kathedrale: Hier finden die großen kirchlichen Ereignisse statt, hier gipfelt die ofrenda de flores der Stadt während der Hogueras, und hierher kommen Besucher in Erwartung eines gotischen Klotzes und finden stattdessen etwas Ruhigeres und schwerer Lesbares.
Was es hier tatsächlich gibt
Das Äußere ist trügerisch — eine schlichte Renaissance-in-Barock-Fassade mit einer 45 Meter hohen Kuppel, vom Platz aus nicht eben überwältigend. Im Inneren öffnet sich das Gebäude. Drei Dinge sind besonders deine Zeit wert:
Der Kreuzgang (Eingang vom Kirchenschiff, linke Seite). Frühes 18. Jahrhundert, im herrerianischen Stil, strenge Steinsäulen um einen quadratischen Garten. Fast zu jeder Stunde still. Das Bistum nutzt ihn gelegentlich für Sommerkonzerte — ein Blick auf die Veranstaltungsseite lohnt sich, wenn man die Klassik liebt.
Die Capilla de la Comunión (rechte Seite des Kirchenschiffs). Barock aus dem 18. Jahrhundert, reich vergoldet, ein schroffer Kontrast zum zurückhaltenden Hauptraum der Kirche. Als bewusster emotionaler Wechsel für die Kommunikanten gedacht. Funktioniert wie beabsichtigt.
Das Sagrario (hinter dem Altar). Kleiner Raum, meist verschlossen, auf Bitte beim diensthabenden Priester geöffnet. Enthält eine bemerkenswerte silberne Monstranz von 1736. Wenn du katholisch bist und höflich fragst, öffnet man dir; wenn du ein neugieriger Nichtgläubiger bist und der Priester Zeit hat, ebenso.
Warum sie San Nicolás heißt
Der heilige Nikolaus von Bari — der Bischof aus dem 4. Jahrhundert, dessen Ikonografie schließlich in den Weihnachtsmann überging — wurde nach der Rückeroberung der Stadt von den Mauren am 4. Dezember 1248 (seinem Festtag) zum Schutzpatron Alicantes. Die Gründungsmesse der Kirche wurde an diesem Datum gefeiert, und jeder 4. Dezember seither ist ein städtischer Feiertag. Bist du an diesem Tag in der Stadt, ist die Procesión de San Nicolás durch die Altstadt klein, lokal, in der Größe nichts wie die Hogueras und genau das, was Alicante gut macht, wenn keine Touristen da sind.
Die Geschichte des Gebäudes in einem Absatz
An dieser Stelle stand ursprünglich eine maurische Moschee. Nach 1248 wurde sie in eine dem heiligen Nikolaus geweihte Pfarrkirche umgewandelt. Dieser erste Bau wurde im 16. Jahrhundert abgerissen und durch den heutigen Bau ersetzt, 1613 unter dem Architekten Agustín Bernardino begonnen und 1662 weitgehend vollendet. Die Kuppel stammt von Herrera dem Jüngeren; die Barockkapelle kam im 18. Jahrhundert hinzu. Das Gebäude wurde im Bürgerkrieg (1936) beschädigt — das Hauptretabel wurde zerstört und das Innere durch Feuer ausgebrannt. Der heutige Altar ist eine Rekonstruktion aus den 1950er Jahren.
Wann besuchen
Am ruhigsten: werktags zwischen 09:00 und 11:00 — kaum Touristen, keine laufenden Gottesdienste, Sonnenlicht, das schräg durch die hohen Fenster fällt.
Am lautesten und es wert: das Sonntags-Hochamt (10:30 oder 12:00) mit der Pfeifenorgel. Auch nichtreligiöse Besucher sind willkommen; setz dich nach hinten und nimm es als das kostenlose Orgelkonzert, das es zum Teil ist.
Meide: Hochzeiten. An Samstagnachmittagen sind häufig Teile der Kirche gesperrt; sieh am Aushang neben der Tür nach.
Praktische Logistik
- Der Eintritt ist frei, aber die Führung (4 €, an den meisten Werktagen um 11:00 und 17:00) ist die einzige Möglichkeit, den Kreuzgang richtig zu sehen. Buchung an der Tür oder über die Website; halbstündige Führung, je nach Führer zweisprachig Spanisch/Englisch.
- Kleiderordnung — dies ist eine aktive Kirche. Keine nackten Schultern, kurzen Hosen oder Strandkleidung. Man weist dich an der Tür ab; die Hälfte der Touristen, die hochkommen, hat das auf die harte Tour gelernt.
- Fotos ohne Blitz sind erlaubt; Stative nicht.
Kombiniere mit
- Plaça del Ajuntament (2 Min. zu Fuß) — das Rathaus aus dem 18. Jahrhundert und das Herz der Altstadt
- Barrio de Santa Cruz (5 Min. zu Fuß bergauf) — die bemalten Gassen
- Castillo de Santa Bárbara (15 Min. zu Fuß + Aufzug) — die Festung über der Stadt
Die ehrliche Anmerkung
San Nicolás ist nicht die Kathedrale von Sevilla. Sie ist nicht einmal die Kathedrale von Orihuela. Sie ist eine solide, ruhige, baulich interessante provinzielle Konkathedrale aus dem 17. Jahrhundert mit einer Barockkapelle, einem hübschen Kreuzgang und dem Rhythmus einer arbeitenden Pfarrei. Bist du in der Altstadt und hast 45 Minuten, ist sie der am besten dimensionierte Halt der Route. Bist du eigens nach Alicante gekommen, um eine Kathedrale zu sehen, gehst du zufrieden, aber nicht ehrfürchtig — und du hast etwas über den Unterschied zwischen einer Touristenattraktion und einem funktionierenden religiösen Gebäude gelernt, das zufällig 400 Jahre alt ist.